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Wasserflugzeuge — Technik, Lizenz, wo man das in Europa noch machen kann - Aircraft-Wissen

Wasserflugzeuge — Technik, Lizenz, wo man das in Europa noch machen kann

Fliegen von und auf dem Wasser: Schwimmer vs. Flugboot, Seaplane-Rating, die besten Ausbildungsstandorte und warum Europa so restriktiv ist.

15 Min. Lesezeit Motorflug

Wasserflugzeuge — Technik, Lizenz, wo man das in Europa noch machen kann - Aircraft-Wissen
Wasserflug Seaplane Schwimmer Rating

Fliegen von und auf dem Wasser: Schwimmer vs. Flugboot, Seaplane-Rating, die besten Ausbildungsstandorte und warum Europa so restriktiv ist.

Wasserflugzeuge -- Technik, Lizenz, wo man das in Europa noch machen kann

Wasserflugzeuge gehören zu den ältesten und romantischsten Kapiteln der Luftfahrtgeschichte. Lange bevor befestigte Landebahnen zum Standard wurden, war das Wasser die natürlichste Startbahn der Welt. Heute fristet die Wasserfliegerei in Mitteleuropa ein Nischendasein -- behindert durch restriktive Gewässerverordnungen und fehlende Infrastruktur. Doch in Skandinavien, Nordamerika und Teilen Südeuropas ist das Wasserflugzeug nach wie vor ein unverzichtbares Transportmittel. Dieser Artikel erklärt die Technik hinter den Schwimmern und Flugbooten, den Weg zur Seaplane-Berechtigung und wo man in Europa noch auf dem Wasser fliegen kann.

Grundtypen: Schwimmerflugzeuge vs. Flugboote

Wasserflugzeuge lassen sich in zwei grundlegende Kategorien einteilen, die sich in Bauweise, Flugeigenschaften und Einsatzzweck erheblich unterscheiden.

Schwimmerflugzeuge (Floatplanes)

Ein Schwimmerflugzeug ist im Kern ein normales Landflugzeug, bei dem das Radfahrwerk durch Schwimmer (Floats) ersetzt wurde. Diese Umrüstung ist bei vielen populären Mustern möglich und wird mit STCs (Supplemental Type Certificates) durchgeführt.

Typische Basisflugzeuge für die Schwimmerumrüstung:

  • Cessna 172 auf Schwimmern: Der Klassiker schlechthin. Die gutmütigen Flugeigenschaften der 172 machen sie zum idealen Schulungsflugzeug auf Schwimmern. Die Schwimmer erhöhen das Leergewicht um ca. 130 kg und reduzieren die Reisegeschwindigkeit um etwa 10-15 Knoten.
  • Cessna 185 Skywagon: Mit 300 PS und robuster Konstruktion das Arbeitstier der nordamerikanischen Bush-Fliegerei. Kann auf Schwimmern bis zu 600 kg Zuladung transportieren.
  • Cessna 206 Stationair: Sechssitzer mit großer Frachttür, ideal für den Transport von Passagieren und Ausrüstung in abgelegene Gebiete.
  • Piper PA-18 Super Cub: Leichter Zweisitzer mit hervorragenden STOL-Eigenschaften, beliebt bei Buschpiloten und für den Einsatz auf kleinen Seen.
  • De Havilland DHC-2 Beaver: Das legendäre kanadische Buschflugzeug, das wie kein anderes Muster für die Wasserfliegerei steht. Der radiale Pratt & Whitney R-985 Sternmotor mit 450 PS verleiht dem Beaver eine unvergleichliche Kurzstart- und Landefähigkeit.

Schwimmer-Typen:

  • Edo-Schwimmer: Die am weitesten verbreiteten Aluminiumschwimmer, robust und wartungsarm
  • Wipaire-Schwimmer: Hochwertige Schwimmer aus den USA, verfügbar als reine Schwimmer oder als Amphibienversion
  • Aerocet-Schwimmer: Composite-Schwimmer, leichter als Aluminium, bessere Leistungsdaten

Flugboote (Flying Boats)

Bei einem Flugboot ist der Rumpf selbst als schwimmfähiger Bootskörper konstruiert. Der Rumpf übernimmt gleichzeitig die Funktion des Schwimmers. Flugboote sind in der Regel aerodynamisch effizienter als Schwimmerflugzeuge, da der Luftwiderstand der separaten Schwimmer entfällt.

Moderne Flugboote für die allgemeine Luftfahrt:

  • Icon A5: Der amerikanische Light Sport Aircraft (LSA) Zweisitzer hat die Wasserfliegerei für eine neue Generation zugänglich gemacht. Mit einem Rotax 912 iS Motor (100 PS), klappbaren Tragflächen und einem CAPS-ähnlichen Gesamtrettungssystem ist der A5 ein technologisches Statement. Der Rumpf ist ein echtes Flugboot mit Stufenboden. Neupreis: ca. 400.000 USD.
  • Lake Renegade (LA-250): Ein viersitziges Amphibienflugboot mit Druckpropeller (Lycoming IO-540, 250 PS), das seit den 1960er-Jahren gebaut wird. Der ungewöhnliche Motor über dem Rumpf hält den Propeller fern vom Spritzwasser. Reisegeschwindigkeit: 130 KTAS.
  • Dornier Seastar: Ein zweimotoriges Amphibienflugboot mit Turboprops, konzipiert in Deutschland. Ein ambitioniertes Projekt, das verschiedene Entwicklungsphasen durchlaufen hat.
  • Beriev Be-103: Russisches Amphibienflugboot mit zwei Kolbenmotoren, das in kleinen Stückzahlen gebaut wurde.

Amphibienflugzeuge -- das Beste aus zwei Welten

Ein Amphibienflugzeug kann sowohl auf Wasser als auch auf Land starten und landen. Dies wird entweder durch Amphibienschwimmer (Schwimmer mit einziehbaren Rädern) oder durch ein einziehbares Fahrwerk im Flugbootrumpf erreicht.

Die bekanntesten Amphibienflugzeuge:

  • Cessna 206 auf Wipaire-Amphibienschwimmern: Die vielseitigste Konfiguration -- landet auf jeder befestigten Piste und auf dem Wasser
  • Icon A5: Serienmäßig als Amphibie ausgelegt (einziehbares Bugrad)
  • Lake Renegade: Einziehbares Dreibeinfahrwerk im Flugbootrumpf
  • Grumman Widgeon / Goose: Historische amerikanische Amphibien, die heute als Liebhaberstücke geflogen werden

Die größte Gefahr bei Amphibienflugzeugen ist das berüchtigte "Gear-up Water Landing" (Landung auf Wasser mit ausgefahrenem Fahrwerk) und umgekehrt die "Gear-down Land Landing" (Landung auf der Piste mit eingezogenem Fahrwerk). Beide Fehler können katastrophale Folgen haben. Die meisten Amphibienflugzeuge haben daher akustische und visuelle Warnsysteme, und die Checkliste enthält den berühmten Punkt "WATER -- Gear UP / LAND -- Gear DOWN".

„Es gibt zwei Arten von Amphibienpiloten: Solche, die mit dem falschen Fahrwerkszustand gelandet sind, und solche, die es noch tun werden." -- Alte Fliegerweisheit

Technik der Wasserstart- und -landung

Das Starten und Landen auf Wasser unterscheidet sich grundlegend vom Betrieb auf einer festen Piste. Die Wasseroberfläche ist dynamisch, und der Pilot muss Techniken beherrschen, die im Landflugbetrieb nicht vorkommen.

Step-Taxi und Displacement-Taxi

Wasserflugzeuge kennen zwei grundlegende Rolltechniken auf dem Wasser:

  • Displacement-Taxi (Verdrängungsfahrt): Langsames Rollen mit niedrigem Propellerschub. Das Flugzeug verdrängt Wasser wie ein Boot. Diese Methode wird für Manöver in Hafennähe, beim Anlegen und in Bereichen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen verwendet. Der Bug ist leicht angehoben.
  • Step-Taxi (Gleitfahrt): Bei höherer Geschwindigkeit (ca. 20-30 Knoten) löst sich der Schwimmer von der Wasseroberfläche und gleitet auf der Stufe (Step) -- einem konstruktiven Absatz an der Unterseite des Schwimmers. Die Stufe bricht die Saugwirkung des Wassers. Step-Taxi ist deutlich schneller und wird für den Übergang zum Startlauf verwendet.

Der Wasserstart

Der Startvorgang auf dem Wasser folgt einem definierten Ablauf:

  • 1. Rollen auf Stufe (Getting on the Step): Vollgas geben und das Steuer zunächst leicht nach hinten ziehen, um den Bug anzuheben. Bei ca. 20 Knoten beginnt das Flugzeug auf der Stufe zu gleiten. Steuer dann neutral oder leicht nach vorne, um den Widerstand zu minimieren.
  • 2. Beschleunigung auf der Stufe: Das Flugzeug beschleunigt nun schnell. Der Wasserwiderstand sinkt dramatisch. Achtung: Seitenwind kann das Flugzeug auf der Stufe in eine Richtung drücken -- Seitenruder bereithalten.
  • 3. Abheben: Bei Erreichen der Startgeschwindigkeit (typischerweise 45-55 KIAS) sanft rotieren. Das Flugzeug hebt vom Wasser ab. Nicht zu früh ziehen -- ein vorzeitiges Abheben kann zum Zurückfallen auf das Wasser führen (Porpoising).

Die Wasserung (Water Landing)

Die Landung auf Wasser erfordert besondere Aufmerksamkeit für den Zustand der Wasseroberfläche:

  • Normallandung (bei leichtem Wind): Anflug wie auf eine Landebahn, aber mit leicht erhöhter Geschwindigkeit (+5 KIAS). Das Aufsetzen erfolgt mit leicht erhöhtem Bug, wobei das Heck der Schwimmer zuerst das Wasser berührt. Steuer nach dem Aufsetzen nach hinten ziehen, um den Bug oben zu halten und die Bremswirkung des Wassers zu nutzen.
  • Landung bei Glaswasser (Glassing): Die gefährlichste Situation für Wasserflugpiloten. Bei absoluter Windstille ist die Wasseroberfläche spiegelglatt (glassy), und der Pilot kann die Höhe über dem Wasser nicht einschätzen. Die Standardtechnik: Einen Power-On-Approach mit etwa 200 ft/min Sinkrate fliegen und das Flugzeug mit leichtem Motorschub kontrolliert auf das Wasser setzen. Niemals bei Glaswasser einen normalen Power-Off-Approach fliegen!

Porpoising

Porpoising (Delfinieren) ist eine oszillierende Bewegung des Flugzeugs auf dem Wasser, bei der es abwechselnd den Bug hebt und senkt -- ähnlich einem springenden Delfin. Porpoising entsteht durch falsche Schwerpunktlage, zu hohe Geschwindigkeit oder unsaubere Steuereingaben. Es kann sich schnell aufschaukeln und zum Überschlag (Nose-Over) führen.

Gegenmaßnahme: Bei beginnendem Porpoising sofort Vollgas geben und durchstarten. Niemals versuchen, das Porpoising durch Gegensteuern zu stoppen -- das verschlimmert die Situation.

Weitere Wassergefahren

  • Treibgut: Holzstücke, Bojen, Algen können bei Kontakt mit den Schwimmern oder dem Propeller erhebliche Schäden verursachen. Vor jedem Start die geplante Startbahn vom Boot aus inspizieren oder im Vorbeiflug prüfen.
  • Strömung: Auf Flüssen muss die Strömung berücksichtigt werden -- Starts und Landungen immer gegen die Strömung.
  • Wellengang: Hohe Wellen können die Struktur des Schwimmers überlasten. Die meisten Schwimmerflugzeuge sind für Wellenhöhen bis maximal 30 cm (1 Fuß) zugelassen.
  • Anlegen und Vertäuen: Wasserflugzeuge müssen sachgemäß an Stegen, Bojen oder am Ufer vertäut werden. Wind und Strömung können ein ungesichertes Flugzeug beschädigen.

Das Seaplane-Rating: der Weg zur Wasserflugberechtigung

Die Berechtigung zum Fliegen von Wasserflugzeugen ist ein Class Rating auf der PPL(A) oder LAPL(A). In der EASA-Nomenklatur wird sie als SEP(Sea) -- Single Engine Piston (Sea) -- oder MEP(Sea) -- Multi Engine Piston (Sea) -- bezeichnet.

Ausbildungsumfang

Die Ausbildung zum Seaplane-Rating umfasst:

  • Theoretische Ausbildung: Wasserflug-spezifische Themen wie Hydrodynamik, Wasserstarts und -landungen, Glaswasser-Techniken, Sicherheit auf dem Wasser, Gewässerkunde, rechtliche Rahmenbedingungen
  • Praktische Ausbildung: Mindestens 7 bis 10 Flugstunden auf einem Wasserflugzeug, die typischerweise umfassen:
    • Taxiing (Displacement und Step-Taxi)
    • Normaler Wasserstart und -landung
    • Glaswasser-Start und -Landung
    • Starts und Landungen bei Seitenwind
    • Start und Landung auf bewegtem Wasser
    • Anlegen und Ablegen an Stegen
    • Notverfahren (Motorausfall über Wasser, Schwimmerleck)
    • Sicherheitsübungen (Kenterübung am Boden)
  • Prüfung: Praktische Prüfung mit einem Prüfer, der das SEP(Sea)-Rating selbst hält

Kosten der Seaplane-Ausbildung

Ausbildungsort Flugstunden Kosten Typisches Flugzeug
Kanada (Ontario, British Columbia) 7 -- 10h 3.000 -- 5.000 EUR Cessna 172 auf Schwimmern, DHC-2 Beaver
Florida (USA) 7 -- 10h 3.500 -- 5.500 EUR Piper Super Cub, Cessna 172
Skandinavien (Schweden, Finnland) 8 -- 12h 5.000 -- 8.000 EUR Cessna 172/185 auf Schwimmern
Kroatien 8 -- 10h 5.000 -- 7.000 EUR Cessna 172 auf Schwimmern
Schottland (Loch Lomond) 8 -- 12h 5.000 -- 8.000 EUR Cessna 172/206 auf Schwimmern

Die Ausbildung in Nordamerika ist in der Regel günstiger und schneller, da die Wasserfluginfrastruktur dort hervorragend ausgebaut ist. Allerdings muss das dort erworbene Rating anschließend auf die EASA-Lizenz übertragen werden, was einen Validierungsprozess beim LBA (Luftfahrt-Bundesamt) erfordert. Viele Piloten absolvieren die Ausbildung in Kanada und lassen das Rating anschließend anerkennen.

Wasserfliegerei in Europa -- wo es noch möglich ist

Skandinavien -- das Paradies der Wasserfliegerei

In Schweden und Finnland ist die Wasserfliegerei Teil der gelebten Kultur. Mit über 100.000 Seen allein in Finnland und einer langen Tradition des Wasserflugbetriebs gibt es dort die besten Bedingungen in Europa:

  • Schweden: Zahlreiche Wasserflugplätze (registriert und unregistriert), tolerante Gesetzgebung, aktive Wasserflug-Community. Das "Allemansrätten" (Jedermannsrecht) erlaubt unter bestimmten Bedingungen das Starten und Landen auf nicht-registrierten Gewässern.
  • Finnland: Ähnlich liberale Regelungen wie in Schweden. Die finnische Seenplatte bietet unzählige geeignete Gewässer. Im Winter wird dort auf zugefrorenen Seen mit Ski-Fahrwerk geflogen.
  • Norwegen: Wasserflugzeuge werden in den Fjorden und an der Küste eingesetzt. Einige kommerzielle Wasserflugverbindungen existieren noch.

Schottland und Irland

Loch Lomond Seaplanes in Schottland bietet einen der wenigen kommerziellen Wasserflugbetriebe in Westeuropa. Von der Basis am Cameron House Estate können Charterflüge über die schottischen Highlands gebucht werden. Auch die Ausbildung zum Seaplane-Rating wird dort angeboten. Die schottischen Lochs bieten ideale Bedingungen: lang, tief und meist windgeschützt.

Kroatien und das Mittelmeer

Kroatien hat in den letzten Jahren verstärkt in die Wasserfluginfrastruktur investiert. European Coastal Airlines betrieb einen Wasserflugdienst entlang der dalmatinischen Küste (mittlerweile eingestellt), und es gibt Bestrebungen, den Wasserflugverkehr zwischen den Inseln wieder aufzunehmen. Die kroatische Adriaküste mit ihren über 1.000 Inseln ist wie geschaffen für den Wasserflugbetrieb.

Auch in Griechenland wird die Entwicklung von Wasserflugverbindungen zwischen den Inseln vorangetrieben. Das Projekt "Hellenic Seaplanes" plant ein Netzwerk von Wasserflughäfen in der Ägäis und im Ionischen Meer.

Frankreich und Italien

In Frankreich ist Wasserflug auf bestimmten Gewässern möglich, unterliegt aber strengen Genehmigungsverfahren. Die Seen von Annecy und Biscarrosse (traditioneller Wasserflugstandort an der Atlantikküste) sind bekannte Wasserflugdestinationen. Biscarrosse beherbergt auch ein bedeutendes Wasserflugmuseum.

In Italien gibt es historische Verbindungen zur Wasserfliegerei (der Comer See war ein wichtiger Standort), aber der aktive Betrieb ist heute stark eingeschränkt.

Warum es in DACH fast unmöglich ist

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Wasserfliegerei praktisch zum Erliegen gekommen. Die Gründe sind vielfältig und frustrierend für Wasserflug-Enthusiasten:

Deutschland:

  • Gewässerverordnungen: Das Landen auf öffentlichen Gewässern ist nach den Wasserschutzgesetzen der Bundesländer grundsätzlich verboten oder genehmigungspflichtig. Die Genehmigung wird in der Praxis fast nie erteilt.
  • Naturschutz: Viele geeignete Seen liegen in Naturschutzgebieten oder Vogelschutzgebieten (Natura 2000), wo der Wasserflugbetrieb ausgeschlossen ist.
  • Lärmschutz: Anwohner- und Umweltschutzklagen haben dazu geführt, dass bestehende Wasserflugplätze geschlossen wurden.
  • Kein registrierter Wasserflugplatz: Deutschland hat derzeit keinen einzigen offiziell registrierten Wasserflugplatz. Gelegentliche Sondergenehmigungen werden für Veranstaltungen oder Filmproduktionen erteilt.

Österreich:

  • Ähnlich restriktive Gesetzeslage wie in Deutschland. Die österreichischen Seen unterliegen strengen Naturschutzauflagen.
  • Historisch war der Wolfgangsee ein Wasserflugstandort -- heute ist der Betrieb dort eingestellt.
  • Der Bodensee wird gelegentlich für Wasserflugveranstaltungen genutzt, aber regulärer Betrieb ist nicht möglich.

Schweiz:

  • Das BAZL hat strenge Vorgaben für den Wasserflugbetrieb. Die Bundesverfassung schützt die Gewässer umfassend.
  • Vereinzelte Sonderbewilligungen auf bestimmten Seen (z.B. Vierwaldstättersee für bestimmte Veranstaltungen).
  • Die Schweiz hat keine permanente Wasserfluginfrastruktur.

Technik der Schwimmer im Detail

Das Verständnis der Schwimmerkonstruktion ist für jeden Wasserflugpiloten wichtig:

Die Stufe (Step): Die Stufe ist ein querlaufender Absatz an der Unterseite des Schwimmers, etwa auf Höhe des Schwerpunkts. Ihre Funktion ist es, die Saugwirkung des Wassers zu unterbrechen und den Widerstand bei hoher Geschwindigkeit zu reduzieren. Ohne die Stufe könnte das Flugzeug nicht auf dem Wasser beschleunigen.

Kielform: Die Unterseite des Schwimmers hat eine V-Form (ähnlich einem Bootsrumpf), die den Aufprall bei der Landung dämpft und das Spritzwasser seitlich ableitet. Ein steilerer V-Winkel (deadrise angle) bedeutet weichere Landungen, aber höheren Wasserwiderstand beim Start.

Wasserruder: Unter jedem Schwimmer befindet sich ein kleines Ruder (Water Rudder), das beim Rollen auf dem Wasser für Richtungskontrolle sorgt. Die Wasserruder werden vor dem Start eingezogen, da sie bei hoher Geschwindigkeit beschädigt werden könnten.

Compartments: Jeder Schwimmer ist in mehrere wasserdichte Abteilungen (Compartments) unterteilt. Wird eine Abteilung durch eine Beschädigung geflutet, bleibt das Flugzeug schwimmfähig. Vor jedem Flug muss der Pilot die Compartments auf Wassereinbruch prüfen (mittels Inspektionsöffnungen).

Spreizstreben und Verspannung: Die Schwimmer sind über Streben und Drähte am Rumpf befestigt. Diese müssen regelmäßig auf Spiel, Korrosion und korrekte Spannung geprüft werden.

Wartung und Kosten eines Wasserflugzeugs

Die Betriebskosten eines Wasserflugzeugs sind höher als die des entsprechenden Landflugs:

  • Schwimmer-Wartung: Jährliche Inspektion der Schwimmer, Korrosionsschutz (besonders bei Salzwasserbetrieb), Dichtheitsprüfung der Compartments
  • Höherer Verbrauch: Die Schwimmer erhöhen den Luftwiderstand um ca. 20-30%, was zu einem entsprechend höheren Kraftstoffverbrauch führt
  • Versicherung: Wasserflugzeuge sind teurer zu versichern, da die Risiken (Wasserschäden, Windschäden bei Vertäuung) höher eingeschätzt werden
  • Stellplatz: Ein Wasserflugzeug benötigt entweder einen Wasserstellplatz (Steg, Boje) oder muss nach jedem Flug an Land gezogen werden (Slipanlage). Die Kosten variieren stark: 2.000 -- 6.000 EUR/Jahr
  • Salzwasserkorrosion: Bei Betrieb in Salzwasser muss das Flugzeug nach jedem Flug gründlich mit Süßwasser abgespült werden. Die Korrosionsproblematik kann die Lebensdauer der Schwimmer erheblich verkürzen.

Empfehlung für den Einstieg in die Wasserfliegerei

Für Piloten aus dem DACH-Raum, die in die Wasserfliegerei einsteigen möchten, empfehlen wir folgenden Weg:

  • Schritt 1: PPL(A) erwerben (falls noch nicht vorhanden)
  • Schritt 2: Seaplane-Ausbildung in Kanada (Ontario oder British Columbia) absolvieren -- die kostengünstigste und effizienteste Option. Idealerweise 2 Wochen einplanen, um auch nach dem Rating Soloerfahrung zu sammeln.
  • Schritt 3: FAA-Rating auf EASA-Lizenz validieren lassen (über das LBA oder die nationale Luftfahrtbehörde)
  • Schritt 4: Wasserflug-Erfahrung in Skandinavien oder Schottland aufbauen

Alternativ kann die Ausbildung direkt bei einer EASA-zertifizierten Flugschule in Skandinavien, Schottland oder Kroatien absolviert werden. Dies spart den Validierungsaufwand, ist aber in der Regel teurer.

Zukunft der Wasserfliegerei

Die Wasserfliegerei erlebt international ein Comeback. Neue Flugzeugtypen wie der Icon A5, elektrische Wasserflugzeugprojekte und wachsendes Interesse an nachhaltiger Mobilität in Insel- und Küstenregionen treiben die Entwicklung voran. In Europa könnte die Elektrifizierung der Wasserflugzeuge dazu beitragen, die Lärmschutz-Bedenken zu entkräften, die den Wasserflugbetrieb in Deutschland und der Schweiz zum Erliegen gebracht haben.

Projekte wie das elektrische Wasserflugzeug von Harbour Air (Kanada) und verschiedene europäische Start-ups arbeiten an emissionsfreien Wasserflugzeugen, die neue Möglichkeiten für den Inselverkehr im Mittelmeer und in der Nord- und Ostsee eröffnen könnten. Ob sich dadurch auch in Deutschland eine Renaissance der Wasserfliegerei ergibt, bleibt abzuwarten -- die regulatorischen Hürden sind nach wie vor hoch.

Für leidenschaftliche Piloten bleibt die Wasserfliegerei eine der faszinierendsten Spezialisierungen der allgemeinen Luftfahrt -- ein Erlebnis, das die Freiheit des Fliegens mit der Schönheit des Wassers verbindet. Wer einmal auf einem einsamen kanadischen See gelandet ist und die Stille nach dem Abstellen des Motors erlebt hat, wird diese Faszination verstehen.

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