Die Luftfahrt ist international — aber Pilotenlizenzen leider nicht automatisch. Wer eine EASA-Lizenz aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz hat und in den USA fliegen will, braucht eine zusätzliche FAA-Berechtigung. Und umgekehrt. Was dahinter steckt, wie der Prozess läuft und was wirklich wichtig ist — hier die praxisnahe Übersicht.
Die zwei Welten der Luftfahrtbehörden
Die EASA (European Union Aviation Safety Agency) reguliert die Luftfahrt in allen EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz. Die FAA (Federal Aviation Administration) ist die US-Behörde. Beide haben eigene Lizenzstrukturen, medizinische Anforderungen und Betriebsvorschriften — mit erheblichen Unterschieden in den Details.
Lizenzstruktur im Vergleich
| Lizenz | EASA | FAA |
|---|---|---|
| Einstieg | LAPL (Light Aircraft Pilot Licence) | Sport Pilot Certificate |
| Privatpilot | PPL/A (45 h Minimum) | Private Pilot Certificate (40 h Minimum) |
| Berufspilot | CPL/A (200 h Total, Theorie-ATPL) | Commercial Pilot Certificate (250 h Total) |
| Linienpilot | ATPL/A (1.500 h Total) | ATP Certificate (1.500 h Total, Theorieprüfung) |
| IFR-Berechtigung | IR (Instrument Rating) — eigenständige Berechtigung | Instrument Rating — Add-on zur Lizenz |
| Medical | Klasse 1 (CPL/ATPL), Klasse 2 (PPL) | First Class (ATP), Second Class (CPL), Third Class (PPL) |
FAA-Lizenz für EASA-Inhaber — der Transfer-Prozess
Der direkte Weg zur FAA Private Pilot Certificate für einen EASA-PPL-Inhaber ist klar geregelt (61.75 — "Piggyback License"):
Zeitaufwand: 2–4 Wochen intensive Vorbereitung auf die Written, + Termine für Medical und Checkride. Gesamtkosten: ca. 1.000–2.500 USD. Der Vorteil: Ein FAA Private Pilot Certificate erlaubt das Führen aller US-registrierten N-registrierten Flugzeuge — auch solcher, die in Europa nicht verfügbar sind.
EASA-Lizenz für FAA-Inhaber — der umgekehrte Weg
Für US-Piloten mit FAA Private Pilot Certificate, die in Europa fliegen wollen, ist das Verfahren komplexer — EASA anerkennt FAA-Lizenzen nicht per automatischem Transfer. Der Weg führt über das jeweilige nationale Luftfahrtamt des EASA-Mitgliedsstaats:
Instrument Rating — die wichtigste Berechtigung
Das Instrument Rating (IR) ist in beiden Systemen separat — und in beiden der wichtigste Schritt zur Sicherheit. EASA und FAA haben jedoch unterschiedliche IR-Standards:
Tipp für Europäer: Ein FAA-IR in den USA (z.B. in Florida oder Arizona bei gutem Flugwetter) zu machen und dann nach EASA zu konvertieren ist oft günstiger und schneller als ein direktes EASA-IR in Deutschland oder Österreich.
Die gute Nachricht: EASA und FAA erkennen sich gegenseitig an — nicht automatisch, aber mit überschaubarem Aufwand. Wer beide Lizenzen hat, fliegt auf zwei Kontinenten und kann Flugzeuge aus beiden Registern kaufen und führen.
Für Airvalon-Kunden, die Flugzeuge aus den USA importieren oder international operieren wollen: Sprechen Sie uns auf die Lizenz- und Registrierungsfragen an — wir stellen den Kontakt zu spezialisierten Aviation-Lawyers und Behördenberatern her.