Automatic Dependent Surveillance-Broadcast — der Name klingt nach Behördenprosa. Das System dahinter ist eine der bedeutendsten Sicherheitsinnovationen der modernen Luftfahrt: ADS-B macht jeden ausgerüsteten Flieger für andere Flugzeuge und für die Flugsicherung sichtbar — präziser, aktueller und zuverlässiger als jedes Radar.
Wie ADS-B funktioniert
Ein ADS-B-Transponder sendet kontinuierlich (typisch alle 0,5 Sekunden) das eigene GPS-Position, Höhe, Flugbahn, Geschwindigkeit und Identifikation. Diese Informationen empfangen:
ADS-B In vs. ADS-B Out — der Unterschied
- ADS-B Out: Pflicht in EU (seit 7.6.2020) und USA (seit 1.1.2020). Ihr Flugzeug sendet seine Position. Flugsicherung und andere Verkehrsteilnehmer sehen Sie.
- ADS-B In: Optional (aber dringend empfohlen). Ihr Cockpit empfängt Traffic- und Wetterdaten anderer ADS-B-Teilnehmer. Gibt Ihnen einen vollständigen Überblick über den Luftraum.
- Kombination (In + Out): Maximale Situational Awareness — Sie sehen alle, alle sehen Sie.
Europäische Pflicht: Was gilt seit 2020?
Die EASA-Verordnung (EU) 2017/386 schreibt ADS-B Out für alle IFR-Flüge in EASA-Mitgliedsstaaten vor — für Flugzeuge mit Erstzulassung ab 2020 sofort, für ältere ab spätestens 7. Juni 2020. Ausnahmen gelten für bestimmte Ultraleicht- und Segelflugzeuge.
Konkret bedeutet das: Jedes Flugzeug, das in kontrolliertem Luftraum fliegt, braucht einen Mode S Enhanced Surveillance Transponder + ADS-B Out (1090ES). Nachrüstung ist für die meisten Flugzeuge möglich — Kosten liegen je nach Flugzeugtyp zwischen 3.000 und 25.000 EUR.
ADS-B In: Das oft vergessene Sicherheitsplus
Während ADS-B Out Pflicht ist, ist ADS-B In optional — aber der echte Sicherheitsgewinn liegt hier. Mit einem ADS-B-In-Empfänger sehen Sie im Cockpit:
Die Zukunft: SESAR in Europa, NextGen in den USA
ADS-B ist die Grundlage für die nächste Generation des Luftraummanagements. In Europa heißt das Programm SESAR (Single European Sky ATM Research), in den USA NextGen. Beide Initiativen zielen auf einen kapazitätsstärkeren, effizienteren und sichereren Luftraum:
ADS-B ist nicht irgendeine Avionik-Pflichtübung — es ist die Plattform, auf der der zukünftige Luftraum aufgebaut wird. Wer jetzt kauft oder nachrüstet, sichert sich die volle Nutzbarkeit seines Flugzeugs für mindestens die nächste Dekade.
Beim Kauf eines gebrauchten Business Jets oder General-Aviation-Flugzeugs auf Airvalon: Achten Sie immer auf den ADS-B-Status als erstes Ausschlusskriterium — und auf die Datenbank-Aktualität des FMS als zweites.