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Hubschrauber vs. Flugzeug — fundamentale aerodynamische Unterschiede - Aircraft-Wissen

Hubschrauber vs. Flugzeug — fundamentale aerodynamische Unterschiede

Drehflügler gegen Starrflügler: Wie der Rotor Auftrieb erzeugt, warum Hubschrauber instabil sind und weshalb Autorotation keine Magie ist.

16 Min. Lesezeit Hubschrauber

Hubschrauber vs. Flugzeug — fundamentale aerodynamische Unterschiede - Aircraft-Wissen
Hubschrauber Aerodynamik Rotor Vergleich

Drehflügler gegen Starrflügler: Wie der Rotor Auftrieb erzeugt, warum Hubschrauber instabil sind und weshalb Autorotation keine Magie ist.

Hubschrauber vs. Flugzeug — fundamentale aerodynamische Unterschiede

Die Frage, warum Hubschrauber fliegen, klingt simpel — doch die Antwort offenbart eine der faszinierendsten und zugleich komplexesten Disziplinen der Luftfahrttechnik. Waehrend ein Starrfluegelflugzeug seinen Auftrieb durch die Vorwaertsbewegung des gesamten Flugzeugs erzeugt, nutzt der Hubschrauber einen rotierenden Fluegel, der unabhaengig von der Fluggeschwindigkeit Auftrieb generiert. Diese fundamentale Unterscheidung hat weitreichende Konsequenzen fuer Aerodynamik, Steuerung, Leistung und Sicherheit. In diesem Fachartikel analysieren wir die physikalischen Grundlagen beider Konzepte und erklaeren, warum Hubschrauber zu den technisch anspruchsvollsten Fluggeraeten ueberhaupt gehoeren.

Starrer Fluegel vs. rotierender Fluegel — das Grundprinzip

Ein konventionelles Flugzeug erzeugt Auftrieb, indem es seine starren Tragflaechen durch die Luft bewegt. Die Vorwaertsbewegung des gesamten Flugzeugs — angetrieben durch Propeller oder Strahltriebwerke — laesst die Luft ueber und unter das Profil der Tragflaeche stroemen. Durch die Profilform und den Anstellwinkel entsteht oberhalb des Fluegels ein Unterdruck und unterhalb ein Ueberdruck. Diese Druckdifferenz erzeugt den Auftrieb, der das Flugzeug traegt.

Der Hubschrauber verfolgt einen voellig anderen Ansatz. Sein Hauptrotor ist im Grunde ein Satz rotierender Tragflaechen. Jedes Rotorblatt hat ein aerodynamisches Profil, das dem eines Flugzeugfluegels aehnelt. Durch die Rotation des Rotors stroemt Luft ueber die Blaetter, und es entsteht Auftrieb — ganz ohne dass sich der Hubschrauber selbst vorwaerts bewegen muss. Dieses Prinzip ermoeglicht dem Hubschrauber seine einzigartigen Faehigkeiten: senkrechtes Starten und Landen, Schweben an einem Punkt und Fliegen in alle Richtungen.

Der entscheidende Vorteil des Starrflueglers liegt in seiner aerodynamischen Effizienz. Ein Tragfluegel, der gleichmaessig von Luft umstroemt wird, erzeugt mit vergleichsweise geringem Energieaufwand grossen Auftrieb. Das Verhaeltnis von Auftrieb zu Widerstand (L/D-Ratio) liegt bei modernen Flugzeugen typischerweise zwischen 10:1 und 20:1. Ein Hubschrauber erreicht im besten Fall ein L/D-Verhaeltnis von etwa 4:1 bis 5:1 — er benoetigt also fuer die gleiche Auftriebsleistung deutlich mehr Energie.

Dissymmetrie des Auftriebs — das zentrale Problem des Hubschraubers

Im Schwebeflug (Hover) erzeugt jedes Rotorblatt naeherungsweise den gleichen Auftrieb, da die Anstroemgeschwindigkeit ueberall der Rotordrehzahl entspricht. Sobald der Hubschrauber jedoch vorwaerts fliegt, aendert sich die Situation dramatisch. Das Rotorblatt, das sich in Flugrichtung nach vorne bewegt — das sogenannte advancing blade (vorlaufendes Blatt) — addiert die Fluggeschwindigkeit zur Rotationsgeschwindigkeit. Das Blatt auf der gegenueberliegenden Seite — das retreating blade (ruecklaufendes Blatt) — subtrahiert die Fluggeschwindigkeit von seiner Rotationsgeschwindigkeit.

Betrachten wir ein konkretes Beispiel: Ein Rotor dreht mit einer Blattspitzengeschwindigkeit von 350 Knoten, und der Hubschrauber fliegt mit 100 Knoten vorwaerts. Das vorlaufende Blatt erlebt an der Spitze eine effektive Geschwindigkeit von 350 + 100 = 450 Knoten. Das ruecklaufende Blatt hingegen sieht nur 350 - 100 = 250 Knoten. Da der Auftrieb quadratisch mit der Geschwindigkeit waechst, wuerde das vorlaufende Blatt dramatisch mehr Auftrieb erzeugen als das ruecklaufende — der Hubschrauber wuerde sich unkontrollierbar zur Seite neigen.

Diese Dissymmetrie des Auftriebs (Dissymmetry of Lift) ist das zentrale aerodynamische Problem, das jeder Hubschrauber loesen muss. Die Loesung heisst Flapping — eine kontrollierte Auf- und Abbewegung der Rotorblaetter. Das vorlaufende Blatt, das mehr Auftrieb erfaehrt, bewegt sich nach oben (flap up), wodurch sein effektiver Anstellwinkel sinkt und der Auftrieb reduziert wird. Das ruecklaufende Blatt bewegt sich entsprechend nach unten (flap down), erhoehend seinen Anstellwinkel und damit seinen Auftrieb. Dieses Flapping geschieht automatisch bei gelenkig gelagerten Rotorsystemen (articulated rotor) oder durch Biegung des Blattes bei halbstarren (semi-rigid) und gelenklosen (hingeless) Systemen.

Retreating Blade Stall — die Geschwindigkeitsgrenze

Die Dissymmetrie des Auftriebs hat eine direkte und harte Konsequenz: Sie begrenzt die maximale Fluggeschwindigkeit des Hubschraubers. Je schneller der Hubschrauber fliegt, desto groesser wird die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen vorlaufendem und ruecklaufendem Blatt. Das ruecklaufende Blatt muss seinen Anstellwinkel immer weiter erhoehen, um den Auftriebsverlust zu kompensieren. Ab einem kritischen Punkt ueberschreitet der Anstellwinkel den Maximalwert, und das Blatt geraet in den Stroemungsabriss (Stall).

Dieser Retreating Blade Stall beginnt an der Blattwurzel des ruecklaufenden Blattes — dort, wo die effektive Anstroemgeschwindigkeit am geringsten ist — und breitet sich mit zunehmender Geschwindigkeit zur Blattspitze hin aus. Die Symptome sind starke Vibrationen, eine unkontrollierbare Rollbewegung zur Seite des ruecklaufenden Blattes und Kontrollverlust. Aus diesem Grund erreichen konventionelle Hubschrauber selten mehr als 150 bis 170 Knoten (280 bis 315 km/h). Zum Vergleich: Selbst ein einfaches einmotoriges Flugzeug kann problemlos 130 bis 200 Knoten fliegen, groessere Turboprops erreichen 300 Knoten und mehr.

Auf der gegenueberliegenden Seite des Rotors entsteht ein weiteres Problem: Die Blattspitze des vorlaufenden Blattes kann bei hoher Fluggeschwindigkeit in den transsonischen Bereich kommen. Bei Blattspitzengeschwindigkeiten nahe oder ueber Mach 0,85 entstehen Verdichtungsstoesse, die zu Effizienzverlusten, Laerm und struktureller Belastung fuehren. Der konventionelle Hubschrauber ist also gleichzeitig durch den Stall auf der einen und die Kompressibilitaet auf der anderen Seite begrenzt.

Drehmomentausgleich — vier Loesungen fuer ein fundamentales Problem

Nach Newtons drittem Gesetz erzeugt jede Kraft eine gleich grosse Gegenkraft. Wenn der Motor den Hauptrotor in eine Richtung dreht, wirkt auf den Rumpf ein Gegendrehmoment (Torque), das ihn in die entgegengesetzte Richtung drehen will. Ohne Kompensation wuerde sich der Rumpf unkontrolliert um die Hochachse drehen. Die Luftfahrtindustrie hat vier grundsaetzlich verschiedene Loesungen fuer dieses Problem entwickelt:

1. Der klassische Heckrotor: Die am weitesten verbreitete Loesung. Ein kleiner Propeller am Heckausleger erzeugt eine Seitenkraft, die das Gegendrehmoment kompensiert. Der Heckrotor verbraucht typischerweise 8 bis 15 Prozent der verfuegbaren Motorleistung und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar — Bodenpersonal kann in den drehenden Heckrotor geraten, und das Heckrotorgetriebe ist eine haeufige Fehlerquelle. Beispiele: Robinson R22/R44/R66, Bell 206, Airbus H125/H135/H145.

2. NOTAR (No Tail Rotor): Dieses von McDonnell Douglas/Hughes entwickelte System nutzt einen variablen Luftschlitz im Heckausleger in Kombination mit einer Duesenoeffnung am Heckende. Der Hauptrotor-Abwind (Downwash) stroemt ueber den Heckausleger, und durch den seitlichen Luftaustritt entsteht nach dem Coanda-Effekt eine Seitenkraft. NOTAR ist leiser und sicherer als ein Heckrotor, jedoch weniger effizient und komplexer in der Wartung. Hauptvertreter: MD Helicopters MD 520N und MD 902 Explorer.

3. Koaxiale Rotoren: Zwei Hauptrotoren drehen sich uebereinander auf derselben Achse, jedoch in entgegengesetzte Richtungen. Die Drehmomente heben sich gegenseitig auf, ein Heckrotor ist ueberfluessig. Dieses System ist besonders kompakt und ermoeglicht eine hervorragende Schwebeflugleistung, da die gesamte Motorleistung fuer den Auftrieb genutzt wird. Allerdings ist die Rotorkopfmechanik aeusserst komplex. Hauptvertreter: Kamov Ka-32, Ka-52 (militaerisch) und der neue Sikorsky S-97 Raider.

4. Tandemrotoren: Zwei grosse Hauptrotoren sind hintereinander angeordnet und drehen in entgegengesetzte Richtungen. Durch die Drehmomentausloesung entfaellt der Heckrotor, und die gesamte Motorleistung steht fuer den Auftrieb zur Verfuegung. Tandemhelikopter koennen daher besonders schwere Lasten transportieren. Die Steuerung erfolgt durch differentielle Blattverstellung zwischen vorderem und hinterem Rotor. Bekanntester Vertreter: Boeing CH-47 Chinook, der bis zu 10.900 kg Nutzlast transportieren kann.

Coning, Flapping und Lead-Lag — die drei Freiheitsgrade des Rotorblattes

Ein Hubschrauber-Rotorblatt ist kein starrer Balken, sondern ein hochdynamisches Element, das sich in drei Freiheitsgraden bewegt:

Coning: Im Betrieb erzeugt jedes Rotorblatt Auftrieb (nach oben) und erfaehrt gleichzeitig eine Fliehkraft (nach aussen). Die Kombination dieser Kraefte fuehrt dazu, dass sich die Blaetter leicht nach oben biegen — sie bilden einen flachen Kegel anstelle einer ebenen Scheibe. Dieser Kegelwinkel heisst Coning Angle und veraendert sich mit der Belastung: Bei hohem Gewicht oder steilen Manoevern wird der Coning-Winkel groesser. Ein Starrfluegel hingegen ist fest montiert und veraendert seine Position relativ zum Rumpf nicht.

Flapping: Wie bereits beschrieben, bewegen sich die Blaetter periodisch auf und ab, um die Dissymmetrie des Auftriebs auszugleichen. Bei einem Umlauf durchlaeuft jedes Blatt einen vollstaendigen Flapping-Zyklus. Bei gelenkig gelagerten Rotoren geschieht dies ueber ein Schlaggelenk (Flapping Hinge), bei gelenklosen Systemen durch die elastische Verformung des Blattes im Wurzelbereich. Das Flapping hat eine direkte Auswirkung auf die Steuerung: Durch zyklische Blattverstellung (Cyclic Pitch) wird der Zeitpunkt des maximalen und minimalen Flapping beeinflusst, wodurch die Rotorebene geneigt werden kann.

Lead-Lag (Schwenkbewegung): Wenn ein Blatt nach oben flappt, verringert sich sein Abstand zur Rotationsachse (wie ein Eislaeufer, der die Arme anzieht). Nach dem Gesetz der Erhaltung des Drehimpulses muesste das Blatt schneller werden. Da es aber mechanisch an den Rotorkopf gebunden ist, bewegt es sich relativ zum Rotorkopf vor oder zurueck — es fuehrt (lead) oder hinkt (lag). Dieses Lead-Lag wird bei gelenkig gelagerten Rotoren durch ein Schwenkgelenk (Lead-Lag Hinge/Drag Hinge) und einen Schwenkdaempfer aufgefangen. Bei gelenklosen Rotoren uebernimmt die elastische Verformung des Blattes diese Funktion.

Ein Flugzeugfluegel muss sich mit keinem dieser Phaenomene auseinandersetzen. Er ist starr am Rumpf befestigt und erfaehrt allenfalls leichte Biegeschwingungen bei Turbulenzen. Die drei Freiheitsgrade des Rotorblattes machen den Rotorkopf eines Hubschraubers zu einem der mechanisch komplexesten Bauteile in der gesamten Luftfahrt.

Autorotation vs. Gleitflug — Notverfahren im Vergleich

Ein haeufiges Vorurteil lautet: "Wenn beim Hubschrauber der Motor ausfaellt, faellt er wie ein Stein." Das ist falsch — aber die Wahrheit ist komplexer als beim Flugzeug. Ein Starrfluegler ohne Motorleistung wird zum Segelflugzeug. Solange er genuegend Fahrt hat, erzeugen die Tragflaechen weiterhin Auftrieb. Eine typische Cessna 172 hat eine Gleitzahl von etwa 9:1 — aus 1.000 Metern Hoehe kann sie noch rund 9 Kilometer weit gleiten. Der Pilot hat relativ viel Zeit, einen geeigneten Landeplatz zu finden, und die Landung erfolgt wie eine normale Landung, nur ohne Motorleistung.

Beim Hubschrauber sieht die Situation anders aus. Bei einem Triebwerksausfall muss der Pilot sofort die Autorotation einleiten: Die Collective wird schnell nach unten gezogen, um den Rotorblattanstellwinkel zu reduzieren, und die Nase wird gesenkt, um Vorwaertsgeschwindigkeit aufzubauen. Die anstroemende Luft treibt nun den Rotor von unten an — er dreht sich weiter, auch ohne Motorleistung. Die im Rotor gespeicherte kinetische Energie wird kurz vor der Landung in einem Flare-Manoever genutzt, um die Sinkrate auf ein ueberlebbares Mass zu reduzieren.

Die Autorotation erfordert sofortiges und korrektes Handeln des Piloten. Waehrend ein Flugzeugpilot nach einem Motorausfall mehrere Minuten Zeit hat, muss der Hubschrauberpilot innerhalb von 1 bis 3 Sekunden reagieren. Die Gleitzahl eines Hubschraubers in der Autorotation liegt bei etwa 4:1 — deutlich weniger als bei einem Flugzeug. Aus 1.000 Metern Hoehe hat der Pilot also nur rund 4 Kilometer Reichweite.

Vibrationsproblematik — der ewige Begleiter

Vibrationen sind ein inhärentes Problem des Hubschraubers, das bei Starrflueglern in dieser Form nicht existiert. Die Ursachen sind vielfaeltig:

  • 1/rev-Vibrationen: Jedes Rotorblatt erzeugt bei jedem Umlauf einen Auftriebsimpuls. Bei einem 2-Blatt-Rotor (z.B. Robinson R22) spuert man zwei Impulse pro Umdrehung, was zu einer deutlich spuerbaren 2/rev-Schwingung fuehrt. Bei 4- oder 5-Blatt-Rotoren verteilen sich die Impulse gleichmaessiger, und die Vibrationen sind geringer.
  • Aerodynamische Interferenz: Jedes Blatt durchfliegt den Nachlauf (Wake) des vorherigen Blattes, was zu periodischen Lastaenderungen fuehrt — besonders im Sinkflug, wenn der Rotor in seinen eigenen Abwind eintaucht (Vortex Ring State).
  • Massenunwucht: Selbst minimale Unterschiede in der Masse oder der Blattspurlage (Tracking) zwischen den Rotorblaettern fuehren zu Unwuchten, die sich bei hohen Drehzahlen verstaerken.
  • Getriebevibrationen: Das Hauptgetriebe, das die hohe Motordrehzahl auf die niedrigere Rotordrehzahl untersetzt, erzeugt eigene Schwingungen, die sich mit den Rotorvibrationen ueberlagern koennen.

Moderne Hubschrauber setzen verschiedene Technologien zur Vibrationsreduzierung ein: Passive Schwingungstilger (Frahm-Pendel am Rotorkopf), aktive Vibrationsdaempfungssysteme (AVCS — Active Vibration Control System) und Bifilar-Absorber. Trotz all dieser Massnahmen bleibt ein Hubschrauber spuerbar vibrationsreicher als ein Flugzeug — was sich auf die Ermuedung der Besatzung, die Lebensdauer der Avionik und den Passagierkomfort auswirkt.

Steuerungskomplexitaet — vier Achsen statt drei

Ein Flugzeug wird ueber drei Achsen gesteuert: Rollen (Querruder), Nicken (Hoehenruder) und Gieren (Seitenruder). Jede Steuerung wirkt weitgehend unabhaengig — eine Querrudereingabe hat nur minimalen Einfluss auf die Gierachse (bei vernachlaessigter Gierkopplung).

Beim Hubschrauber ist die Situation grundlegend anders. Der Pilot steuert mit vier Bedienelementen:

  • Cyclic (Steuerknueppel): Neigt die Rotorebene und damit den Schubvektor in die gewuenschte Richtung. Steuert die horizontale Bewegung.
  • Collective (Blattverstell-Hebel): Veraendert den Anstellwinkel aller Rotorblaetter gleichzeitig und damit den Gesamtauftrieb. Steuert die vertikale Bewegung.
  • Pedale (Heckrotorsteuerung): Veraendern den Schub des Heckrotors und steuern damit die Drehung um die Hochachse (Gieren).
  • Throttle (Gas): Wird bei den meisten modernen Hubschraubern automatisch durch einen Governor geregelt, der die Rotordrehzahl konstant haelt.

Das grosse Problem: Alle Steuerungseingaben sind gekoppelt (Cross-Coupling). Wenn der Pilot die Collective zieht (mehr Auftrieb), erhoehen sich der Rotorwiderstand und damit das Gegendrehmoment — der Pilot muss sofort mit dem Pedal nachsteuern. Gleichzeitig veraendert sich die Belastung des Motors, was die Rotordrehzahl beeinflusst. Und eine Pedalkorrektur veraendert den Seitenschub, was wiederum eine Cyclic-Korrektur erfordert. Diese komplexe Verkopplung macht das Hubschrauberfliegen — besonders das Schweben — zu einer der anspruchsvollsten Aufgaben in der Fliegerei.

Warum ist der Hubschrauber technisch komplexer?

Zusammenfassend laesst sich sagen, dass der Hubschrauber in nahezu jeder technischen Dimension komplexer ist als ein vergleichbares Starrfluegelflugzeug:

Aspekt Flugzeug Hubschrauber
Auftriebserzeugung Starre Tragflaeche, gleichmaessig umstroemt Rotierende Blaetter mit komplexer Aerodynamik
Steuerung 3 Achsen, weitgehend entkoppelt 4 Eingaben, stark gekoppelt
Mechanische Komplexitaet Relativ einfach (Steuerseil, Klappen) Hoch (Rotorkopf, Getriebe, Gelenke)
Vibrationen Gering Erheblich, erfordert Daempfungssysteme
Maximalgeschwindigkeit Durch Motorleistung begrenzt Durch Retreating Blade Stall begrenzt
Notverfahren bei Motorausfall Gleitflug (viel Zeit, grosse Reichweite) Autorotation (schnelle Reaktion noetig)
Wartungsaufwand Moderate Intervalle Haeufige Inspektionen, hohe Kosten
Betriebskosten pro Flugstunde Niedriger bei vergleichbarer Groesse 2-4x hoeher als vergleichbares Flugzeug

Moderne Entwicklungen — die Grenzen verschieben sich

Die Luftfahrtindustrie arbeitet intensiv daran, die Nachteile des Hubschraubers zu ueberwinden. Compound-Hubschrauber wie der Airbus Racer kombinieren einen Hauptrotor mit zusaetzlichen Tragflaechen und Schubpropellern. Im Vorwaertsflug uebernehmen die Tragflaechen einen Teil des Auftriebs, und die Schubpropeller erzeugen den Vortrieb — der Hauptrotor wird entlastet und das Retreating-Blade-Stall-Problem verschoben. Zielgeschwindigkeiten von ueber 200 Knoten (370 km/h) sollen so erreichbar werden.

Kipprotorflugzeuge (Tiltrotor) wie die Bell V-280 Valor gehen noch weiter: Ihre Rotoren koennen von der vertikalen in die horizontale Position geschwenkt werden, wodurch sie im Vorwaertsflug wie Turboprops arbeiten und Geschwindigkeiten von ueber 280 Knoten erreichen. Im Schwebeflug funktionieren sie wie Hubschrauber.

Auch im zivilen Bereich gibt es Fortschritte: Active Vibration Control Systeme mit piezoelektrischen Aktuatoren koennen Vibrationen in Echtzeit um bis zu 90 Prozent reduzieren. Fly-by-Wire-Steuerungen, die bei Flugzeugen seit Jahrzehnten Standard sind, finden zunehmend Einzug in den Hubschrauberbereich — etwa beim Airbus H160 — und entkoppeln die Steuerungseingaben elektronisch, was die Pilotenlast erheblich reduziert.

"Der Hubschrauber ist die einzige Flugmaschine, die in jedem Flugzustand aktiv gesteuert werden muss — es gibt keinen Moment, in dem man loslassen kann. Das macht ihn zur groessten Herausforderung fuer jeden Piloten, aber auch zum vielseitigsten Fluggeraet der Welt."

Der Hubschrauber mag aerodynamisch weniger effizient sein als das Flugzeug, doch seine einzigartige Faehigkeit, unabhaengig von Startbahnen zu operieren, macht ihn in zahllosen Einsatzgebieten unersetzlich — von der Luftrettung ueber Offshore-Operationen bis hin zum Lastentransport in unwegsames Gelaende. Die fundamentalen aerodynamischen Unterschiede zum Starrfluegler sind keine Schwaeche, sondern der Preis fuer eine Vielseitigkeit, die kein anderes Fluggeraet bieten kann.

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